Aktuelles zum Pferderecht

 

Aktuelles Urteil zum Pferderecht

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat durch Urteil vom 10.08.2012, Az.: 20 A 1240/11 entschieden, dass Tiere nicht tätowiert werden dürfen, soweit dies nicht zu gesetzlich vorgesehenen Kennzeichnungszwecken notwendig und erlaubt ist.

Hintergrund des Falles war die Geschäftsidee des findigen Klägers, der einen Tätoservice für Pferde als Gewerbe angemeldet hatte. Sein Schimmelpony ließ er durch die ca. 15 cm große Skizze einer Rolling-Stones-Zunge auf dem rechten hinteren Oberschenkel tätowieren.

Durch Ordnungsverfügung des Kreises Coesfeld wurde das Tätowieren von Tieren oder das Tätowieren lassen, untersagt.

Die münsteraner Richter haben diese Verfügung bestätigt und zur Begründung ausgeführt, niemand dürfe einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen. Das Tätowieren von Tieren entspricht nicht dem Tierschutzgesetz, da es bei den betroffenen Tieren Schmerzen hervorrufe, ohne das für das Tätowieren ein vernünftiger Grund vorliege. Die von den Richtern vorgenommene Güterabwägung stellt klar, dass die wirtschaftlichen Interessen des Klägers, ebenso wenig wie der Wunsch nach individueller Kennzeichnung oder die rein modebedingte Veränderung des Pferdes hinter den Belangen des Tierschutzes, insbesondere dem Schutz der Tiere vor Schmerzen, zurückzutreten habe.

Quelle: www.ovg.nrw.de